Elvis and The Imposters, Vienna (Austria), July 11, 2018

Pretty self-explanatory
sweetest punch
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Elvis and The Imposters, Vienna (Austria), July 11, 2018

Postby sweetest punch » Fri Feb 02, 2018 1:27 pm

Since you put me down, it seems i've been very gloomy. You may laugh but pretty girls look right through me.

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Re: Elvis and The Imposters, Vienna (Austria), July 11, 2018

Postby sweetest punch » Wed Jun 13, 2018 6:50 am

Since you put me down, it seems i've been very gloomy. You may laugh but pretty girls look right through me.

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Re: Elvis and The Imposters, Vienna (Austria), July 11, 2018

Postby sweetest punch » Wed Jun 13, 2018 11:30 am

Interview in Diepresse:

Elvis Costello: „Plagiate hat es immer gegeben“

„Man muss es nur schlau machen“, sagt Elvis Costello. Anlässlich seiner Österreichkonzerte im Juli: ein Gespräch über Alben, Paul McCartney und die heutige Jugend.

„Es gilt die Ornamente wegzuschneiden“, sagt Elvis Costello: „Mir geht es heute um möglichst einfachen Ausdruck.“ In den letzten Jahren hat er sich viel mit Jazz und Klassik befasst, bei seiner jetzigen Tournee mit den Imposters verzichtet er weitgehend darauf.

Die Presse: Ihr letztes Album „Wise Up Ghost“, aufgenommen mit der Hip-Hop-Gruppe The Roots, liegt fünf Jahre zurück. Nun gehen Sie mit Ihrer Band The Imposters auf Tour. Haben Sie neues Material?

Elvis Costello: Ja. Wir haben mehr oder weniger geheim am neuen Album gearbeitet. Ob und wie viele neue Songs in Wien zu hören sein werden, das tüfteln wir noch aus. Manchmal ist es ja gut, wenn man Lieder in einer Rohfassung live spielt.

Bei den Imposters spielen zwei Musiker mit, die ab 1978 schon in ihrer ersten Band The Attractions wesentliche Akzente setzten. Muss da noch viel geübt werden?

Natürlich, und das ist gerade das Schöne. Wir alle verändern uns, und jede seelische Modifikation macht sich dann in der Musik bemerkbar. Wir haben fast zehn Jahre nicht mehr miteinander gespielt, und es ist spannend zu sehen, was wir in der Zwischenzeit gelernt haben. Was an diesen Musikern so toll ist: Sie haben ihre Impulse unter Kontrolle. Sie lassen die Lieder atmen. Früher waren wir alle sehr ungeduldig, sind emotional mit der Tür ins Haus gefallen.

Nick Cave schwärmt von seinem erbarmungslosen Kampf gegen die eigene Ausdruckskraft. Verstehen Sie ihn?

Selbstverständlich. Jeder Musiker, der lebenslang lernt, kommt zu dem Punkt, an dem er sich möglichst einfach ausdrücken möchte. Also gilt es die Ornamente wegzuschneiden. Bis zu einem bestimmten Entwicklungsgrad gefällt es dir, immer komplexer zu werden. Mir geht es heute meist ums Gegenteil: um möglichst einfachen Ausdruck. Das ist die hohe Schule.

Sie haben gemeinsam mit Popsong-Legenden wie Burt Bacharach und Paul McCartney komponiert. Was haben Sie dabei über sich selbst gelernt?

Ich bin wie jeder meiner Generation mit den Liedern dieser Genies aufgewachsen. Ist man dann in der surrealen Situation, mit Bacharach oder McCartney im Studio zu stehen, dann darf man sich nicht von den Erinnerungen an die eigenen Schwärmereien überwältigen lassen.

Letztes Jahr hat McCartney Ihr gemeinsames Album „Flowers In The Dirt“ wiederveröffentlicht, mit zusätzlichen Original-Demos. Haben Sie sich die angehört?

Ja, mit Freuden. Paul wird nicht beleidigt sein, wenn ich sage, dass viele von diesen Demoaufnahmen Qualitäten aufweisen, die das endgültige Album da nicht mehr hatte. Das Spontane, das man hier hört, das ging im großen Studio leider etwas verloren.

Wie war die Arbeit mit dem jetzt schon 90-jährigen Burt Bacharach?

Sie hat schon Mitte der Neunzigerjahre begonnen, und ich arbeite heute noch mit ihm. Was dieser Mann über Songarchitektur weiß, ist unglaublich. Vor etwa zwei Monaten spielte ich ein Benefizkonzert in einem kleinen Club mit ihm, und er war so tief in der Musik wie eh und je.

Bei uns in Wien debütierte er erst vor zwei Jahren: in der Wiener Staatsoper.

Das ist eine Location, wie seine feine Musik es sich verdient. Man muss die vielen Details seiner so sanften Musik hören. Mich ärgern Leute, die solche musikalische Zärtlichkeit als Fadesse missverstehen. Etwa in „The Look of Love“, das Dusty Springfield genial gesungen hat. Das auch meine Frau, Diana Krall, höchst interessant interpretiert hat. Diese Art von bedingungsloser Romantik scheint vielen Heutigen unsexy. Dabei gehören Bacharachs Lieder zum Erotischsten, das in der Popmusik je kreiert wurde.

2004 hat Ihre Frau die ergreifende Ballade „Narrow Daylight“ gesungen, den bisher einzigen Song, den sie gemeinsam mit Ihnen komponiert hat. Wäre es nicht schön, das fortzusetzen?

Sie braucht meine Hilfe nicht. Es war ein spezieller Moment damals, wo sie etwas ganz Bestimmtes ausdrücken wollte. Ich habe ihr geholfen, indem ich ein paar Dinge aus ihren Tagebüchern in Versmaß gebracht habe. Ich liebe dieses Lied. Es ist für mich ein säkularer Gospelsong.

Seit 1977 nehmen Sie Alben auf. Sehen Sie für dieses Format noch eine Zukunft?

In meiner kleinen Welt ist das Album absolut zentral. Es macht Freude, unterschiedliche Lieder auf subtile Weise motivisch zu verbinden. Aber ich akzeptiere auch andere Formen des Hörens. Die Industrie wird in Hinkunft halt mehr Formate bereitstellen müssen. Man darf nicht immer denken, dass in der Vergangenheit alles besser war. Ich muss aber gestehen, dass mich der Boom bei Vinylalben beruhigt.

Eine kulturpessimistische Frage: Prägnante neue Melodien sind rar. Sind die Heutigen musikalisch weniger wach als Ihre Generation?

Auch Plagiate hat es immer gegeben. Jede Jugend plündert den Fundus der Elterngeneration. Auch ich habe während meiner gesamten Karriere Rhythmen, Sounds und Harmonien von anderen geborgt. Wichtig ist nur, es schlau zu machen.

Konzerte in Österreich: 9. Juli, Kasematten Graz;
11. Juli, Konzerthaus Wien.
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Elvis Costello: "Plagiarism has always existed"

"You just have to be smart," says Elvis Costello. On the occasion of his Austrian concerts in July: a conversation about albums, Paul McCartney and today's youth.

"It's about cutting away the ornaments," says Elvis Costello: "I'm concerned today with the simplest possible expression." In recent years, he has dealt a lot with jazz and classical music, in his current tour with the Imposters he largely waived.


Die Presse: Their latest album "Wise Up Ghost", recorded with the hip-hop group The Roots, is five years back. Now go on tour with your band The Imposters. Do you have new material?

Elvis Costello: Yes. We worked more or less secretly on the new album. Whether and how many new songs will be heard in Vienna, we are still tinkering. Sometimes it's good to play live songs in a rough draft.

In the Imposters play two musicians, who set in 1978 in their first band The Attractions essential accents. Is there still much to be practiced?

Of course, and that's just the beauty. We all change, and every mental modification becomes noticeable in the music. We have not played together for almost ten years and it is exciting to see what we have learned in the meantime. What is so great about these musicians: They have their impulses under control. They let the songs breathe. We used to be very impatient and fell emotionally into the house with the door.

Nick Cave raves about his merciless fight against his own expressiveness. Do you understand him?

Of course. Every life-long musician comes to the point where he wants to express himself as simply as possible. So it's time to cut the ornaments. Up to a certain level of development you like to become more and more complex. Today, I am mostly concerned with the opposite: with the simplest possible expression. This is the high school.

They have collaborated with pop song legends such as Burt Bacharach and Paul McCartney. What did you learn about yourself?

Like all of my generation, I grew up with the songs of these geniuses. If you are then in the surreal situation of being in the studio with Bacharach or McCartney, then you should not be overwhelmed by the memories of your own crushes.

McCartney re-released their joint album "Flowers In The Dirt" last year, with additional original demos. Did you listen to them?

Yes, with pleasure. Paul will not be offended when I say that many of these demo recordings have qualities that the final album did not have anymore. The spontaneous, that one hears here, was unfortunately lost in the big studio.

How was the work with the already 90-year-old Burt Bacharach?

It started in the mid-nineties, and I still work with it today. What this man knows about song architecture is incredible. About two months ago, I played a charity concert with him in a small club, and he was as deep in music as ever.

He only made his debut in Vienna two years ago: at the Vienna State Opera.

This is a location as its fine music deserves. You have to hear the many details of his so gentle music. I am annoyed by people who misinterpret such musical tenderness as Fadesse. For example, in "The Look of Love," which Dusty Springfield brilliantly sang. That also my wife, Diana Krall, interpreted very interesting. This kind of unconditional romance seems unsexy to many today's. Bacharach's songs belong to the most erotic, which was ever created in pop music.

In 2004, your wife sang the stirring ballad "Narrow Daylight," the only song to date she has composed with you. Would not it be nice to continue that?

She does not need my help. It was a special moment when she wanted to express something very specific. I helped her by metering a few things from her diaries. I love this song. It's a secular gospel song for me.

Since 1977 you record albums. Do you see a future for this format?

In my little world, the album is absolutely central. It is fun to subtly connect different songs in a motivic way. But I also accept other forms of hearing. The industry will have to provide more formats in the future. One should not always think that in the past everything was better. But I have to admit that the boom in vinyl albums soothes me.

A culture pessimistic question: Concise new melodies are rare. Are the today's musically less alert than your generation?

Plagiarism has always existed. Every youth plunders the fund of the parent generation. I have borrowed rhythms, sounds, and harmonies from others throughout my career. The important thing is to make it smart.

Concerts in Austria:
9th of July, Kasematten Graz;
July 11, Vienna Concert House.
Since you put me down, it seems i've been very gloomy. You may laugh but pretty girls look right through me.


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